Zukunftsmut - unser Diözesantreffen

mit viel Gelegenheit, Erfahrungen und Hoffnungen zu teilen

Der Hl. Ignatius lädt ein, in eine Partnerschaft mit Gott einzutreten und der eigenen Berufung im Austausch mit IHM immer näher zu kommen.  Das schenkt Mut und Hoffnung - immer wieder neu!

"Zukunftsmut bezeichnet die innere Stärke und Zuversicht, um Herausforderungen anzupacken". Das ist eine Beschreibung, die man im Internet finden kann. An diesem Juliwochenende wurde unser Zukunftsmut durch ignatianische Impulse, Begegnung und Austausch, sowie die Betrachtung biblischer Schriftstellen gestärkt. 
Inhaltliche Themenblöcke waren:
  • Blick auf die aktuellen "Zeichen der Zeit",
  • die Frage, ob wir darin einen Anruf Gottes sehen für uns persönlich oder für die Gemeinschaft Christlichen Lebens;
  • wie wir eine Antwort finden können, falls wir einen Anruf Gottes entdecken, wurde durch Einblicke in das Exerzitienbuch des Hl. Ignatius erläutert;
  • biblische Beispiele wie Menschen in vorchristlicher Zeit mit ausweglosen Verhältnissen umgegangen sind und ein neutestamentlicher Text, der einen anderen Umgang mit Bedrohung ausdrückt, halfen ebenfalls, Zuversicht zu spüren anstatt Ohnmacht.
Vielleicht waren die Unwetter, die viele auf dem Weg nach Oberkirch erlebt haben, auch schon ein vorbereitendes Zeichen? Auf jeden Fall waren die Gesprächsrunden bei diesem Treffen voller Dynamik. Als mögliche Antworten oder Reaktionen auf die Zeichen der Zeit wurden folgende Stichworte genannt: (Zitate)
"Trotzdem -Hoffnung"
„Heraus treten“ aus Sicherheit und Vertrautem wie z.B. Mose
„Danke für die Freiheit.“
Die persönliche Haltung ändern: „Nicht hinnehmen sondern annehmen.“
 „Ohnmachtsgefühle sind vielleicht Zeichen des MissTrost und damit Einflüsterung des Ungeistes?“
„Jesu Weg ist Provokation: er ist der Katastrophe nicht ausgewichen, sondern durch sie hindurch gegangen.“
„Gott ist der "ich bin da" – das möchte ich glauben, manchmal gelingt es mir.“
„Was brauche ich, um das rechte Urteil zu finden? Vielleicht ist die Weise, wie ich suche, nicht die rechte.“
„Ich bin Teil der Welt und des Lebens auf ihr; ich bin aufgefordert, aktiv zu sein.“
„Entscheidend ist für mich, wie wir miteinander umgehen. Wertschätzend. Jesu Handeln als Grundlage für mein Handeln.“
„Manchmal erfahre ich Hilfe aus einer Richtung, aus der ich sie nicht erwartet habe.“
Die 10 Gebote beginnen mit "Höre Israel"; damit ist Hören die Grundlage für das Volk Gottes und für mich zuhören der erste Schritt.“
Der Zukunftsprozess, den die deutsche GCL in diesem Jahr begonnen hat, zeigt auch deutlich, dass dabei die "Zeichen der Zeit" eine Rolle spielen und Gottes Anruf oder Auftrag als Gemeinschaft gefunden werden muss; in diese Richtung äußerten Teilnehmende:

„Änderung muss möglich sein, festhalten am Überbrachten allein führt nicht weiter, sondern genaues Hinschauen, Heraustreten, Vernetzung, sich äußern.“
„Auch wenn wir keinen Idealzustand herstellen können, können wir den Boden bereiten, den Gott dann "bewässert". Die nächste Generation kann dann Ideen der Gestaltung neu entwickeln und den gut vorbereiteten Boden fruchtbar machen.“
Weitere Gedanken waren „auf dem Weg sein“, „im Jetzt sein“. „Nicht nur auf das Ziel fokussiert sein, sondern auch aushalten,  dass es manchmal keine einfache schnelle Antwort gibt“.
„Es scheint wichtig, gemeinsam unterwegs zu sein, zu suchen, die nächsten Schritte gemeinsam zu entwickeln, auch wenn nicht sofort das Ziel klar ist“
Um herauszufinden, welche Rolle ich in dieser Welt als Christ spielen kann und will, ist es in ignatianischen Gemeinschaften unverzichtbar, Exerzitien zu machen, Der Hl. Ignatius v. Loyola hat das "geistliche Übungen" genannt und dazu eine Anleitung geschrieben, "das Exerzitienbuch". Da sich Ignatius in der Sprache des 16. Jhdt. ausdrückt, ist eine Übersetzung in unsere Zeit nötig, die unser Referent, Peter Hundertmark, unglaublich ansprechend und verständlich vermittelte. 
 
 
Wie Menschen in vorchristlicher Zeit mit ausweglosen Verhältnissen umgegangen sind zeigt das alttestamentliche Buch des Propheten Ezechiel, der mit seinem Volk im Exil leben musste und es keinerlei Anzeichen für die Rückkehr gab. Ezechiel hat die Vision des Tempels, aus dem eine Quelle entspringt, die zu einem immer größer werdenden Fluss und für die Umgebung fruchtbar wird.
 
Auch im neuen Testament gibt es einen Text, der einen anderen Umgang mit Bedrohung ausdrückt
Apokalypse des Johannes– obwohl ein erster Blick auf heutige Erfahrungen von Krise und Zusammenbruch uns fast lähmten, erlebten wir in den Kleingruppen, dass es hilft in Gemeinschaft und mit spielerischer Kreativität den Gedanken freien Lauf zu lassen.  Dass es gut tun kann, die Realität in überzogenen phantastischen Geschichten auszudrücken. 
Hier Beispiel 1
 
Ein besonders bewegender Moment für uns war in der Eucharistiefeier die Aufnahme von Susanne Wehle in die GCL. Sie berichtete von ihrem Weg, der mit einem deutlichen Impuls nach dem GVT im Herbst 2025 begann und sich über mehrere Schritte und Wochenenden hinweg immer weiter klärte. Mit der Beschreibung ihres Wegs und dem aronitischen Segen wurde sie feierlich in die Gemeinschaft aufgenommen. Eine Urkunde, eine Kerze und ein Buchgeschenk („Die ignorierten Frauen der Bibel“ von Annette Jantzen) machten deutlich, dass dies für die Gemeinschaft ein Freudentag ist.
 
 
Text: Esther Lutsch u. Ingrid Jutz
Photos: Esther Lutsch